Klinische Psychologie

Die klinische Psychologie beinhaltet den medizinischen Teil der Psychologie, befasst sich also ganz konkret mit psychischen Störungen sowie Krankheiten, der entsprechenden Diagnose und möglichen Therapien. Dabei ist die klinische Psychologie lediglich eine Spezialisierung im Hauptstudium der Psychologie, ein klinischer Psychologe ist ein Diplompsychologe, der kompetent ist, Störungen zu erkennen, zu diagnostizieren und sich über die mögliche Behandlung Gedanken zu machen. Allerdings darf ein Diplompsychologie mit der Spezialisierung klinische Psychologie keine Therapie vornehmen - dazu braucht es eine Zusatzausbildung. Reine klinische Psychologen sind relativ selten, da es kaum Arbeitsplätze in diesem Bereich gibt.

Wenn ein klinischer Psychologe Patienten tatsächlich behandeln will, dann muss er sich in 3 bis 5 Jahren zum Psychotherapeuten ausbilden lassen. Diese Ausbildung kann eine Ausbildung zum medizinischen oder zum psychologischen Psychotherapeuten sein, sie schließt sich an das Studium an und kann berufsbegleitend oder in Vollzeit gemacht werden. Die Ausbildung wird im Allgemeinen mit Kosten von 13.000 bis 20.000 Euro in Verbindung gebracht, wobei die genaue Höhe von der Ausbildungsdauer abhängt. Programme zur integrierten Therapieausbildung werden von einigen Kliniken angeboten - das hat den Vorteil, dass die Ausbildungskosten von den jeweiligen Kliniken getragen werden.

Ist die Ausbildung abgeschlossen, steht es dem Absolventen/der Absolventin frei, an einer Klinik in Eigenverantwortung therapeutisch tätig zu werden oder sich selbständig niederzulassen. Letzteres ist etwas schwieriger, denn dazu braucht es eine Kassenzulassung, um nicht nur Privatpatienten behandeln zu dürfen. Diese Kassenzulassungen sind in den einzelnen Städten limitiert. Es ist also nicht selbstverständlich, nach abgeschossenem Studium und Ausbildung tatsächlich eine Zulassung zu erhalten. Die Arbeit in einer Klinik ist da sicherlich der einfachere Weg, da Gehalt und Arbeitszeiten für Angestellte fest geregelt sind und die Eigenverantwortung einer Selbständigkeit entfällt.

Zur klinischen Psychologie gehört auch die Neuropsychologie, die sich an der Grenze zwischen Diagnostik, Forschung und klinischer Anwendung befindet. Sie befasst mit psychisch messbaren Eigenschaften von neurologischen Beeinträchtigungen, also mit den nachweisbaren Auswirkungen von Störungen, und wird eher zur Diagnose und weniger zur Therapie eingesetzt.