Pädagogische Psychologie

In der pädagogischen Psychologie dreht sich alles um Bildung, um Erziehung und um das Vermitteln von Wissen - insofern überschneidet sich dieser Zweig der Psychologie mit der Pädagogik. Wie in anderen Teilbereichen der Psychologie findet eine Spezialisierung zum pädagogischen Psychologen/zur pädagogischen Psychologin in der Regel während des Hauptstudiums statt, nach dem Aufbau der psychologischen Grundlagen.

Für Psychologen und Psychologinnen mit dem Schwerpunkt pädagogische Psychologie gibt es zahlreiche mögliche Tätigkeiten. In vielen Fällen sind sie nicht in der Lehre tätig, sondern in Forschung und Entwicklung. Sie können Unterrichtskonzepte entwickeln und erproben, die neuen Konzepte und Erziehungsformen an Eltern und Lehrer vermitteln. Ersteres passiert häufig im Rahmen einer Anstellung in Ministerien, letzteres fällt in die Tätigkeit eines freiberuflichen Coach oder Trainers. Auch Schulpsychologen/-innen sind in der Regel pädagogische Psychologen. In Deutschland sind sie nicht an einer einzelnen Schule tätig, sondern für ganze Schulbezirke zuständig, wodurch sie eher selten direkt mit Eltern und Schülern/Schülerinnen zusammen arbeiten, sondern vielmehr Gutachten zur Schullaufbahnberatung erstellen, Beurteilungen hinsichtlich des künftigen Besuchs einer Sonderschule vornehmen und Seminare für Lehrer und Lehrerinnen abhalten. Auch in der Erwachsenenbildung können pädagogische Psychologen tätig werden, wenn sie nämlich Erziehungsberatungen vornehmen, Weiterbildungen leiten oder beratende Tätigkeiten ausüben. Als Lehrer und Lehrerinnen für Kinder werden pädagogische Psychologen und Psychologinnen nur tätig, wenn sie über eine entsprechende fachliche Zusatzqualifikation verfügen, die sie zum Unterrichten des jeweiligen Faches berechtigt.

Pädagogische Psychologie ist im Grunde genommen eine Spezialisierung während der zweiten Hälfte eines allgemeinen Psychologiestudiums. Die Themen der pädagogischen Psychologie überschneiden sich in weiten Teilen mit Themen der Pädagogik, besonders dem Teilgebiet der Erziehungswissenschaften, weshalb an einigen Hochschulen und Universitäten diese speziellen Vorlesungen und Seminare z. T. fächerübergreifend stattfinden. Neben den bereits erwähnten Themen Erziehung und Förderung, Unterricht und Lehre in allen Schulformen sowie in der Erwachsenenbildung und im Elternhaus kommen in der pädagogischen Psychologie die Aspekte von Interaktion, Intervention, Prävention und Förderung sowie Diagnostik zur Sprache.